Abhärtung: Selbsthilfe zu Hause
Unser Körper vermag sich wechselnden Umweltbelastungen anzupassen. Um diese Fähigkeit zu trainieren, können schon bei Kleinkindern Abhärtungsmaßnahmen angewandt werden. Diese wirken zur Vorbeugung gegen Erkältungen. Dazu gehört z.B. bei kaltem Wetter an die frische Luft gehen, viel Bewegung, bei offenem Fenster schlafen, sich mit kaltem Wasser waschen und kalt-warme Wechselduschen.
Wechselduschen
Das wechselwarme Abduschen des ganzen Körpers regt die Durchblutung der Haut, den Stoffwechsel und das vegetative Nervensystem an. Neben dem Temperaturreiz wirkt auch der mechanische Reiz des Wasserstrahls anregend. Schon bei Dreijährigen können Sie mit diesem hervorragenden Kreislauf- und Immuntraining beginnen.
Lassen Sie Ihr Kind folgenden Ablauf dreimal wiederholen:
- Mit einem warmen Wasserstrahl von etwa zwei Minuten Dauer beginnen
- 10 bis 15 Sekunden kaltes Wasser
- Erneut 2 Minuten warmes Wasser
- Mit einer kalten Dusche abschließen
Grundregel:
Ein Kältereiz darf nur bei warmer, gut durchbluteter Haut ausgelöst werden. Gerade im Säuglings- und Kleinkindalter ist hier Vorsicht geboten.
Trockenbürsten
Eine Alternative für Wasserscheue ist das tägliche morgendliche Trockenbürsten.
Den ganzen Körper des Kindes mit einem heißfeuchten Handtuch (oder einer weichen Massagebürste) abreiben. Dabei über Arme und Beine immer zur Körpermitte hin streichen, bis die Haut rosig wird. Das Kind abtrocknen und anziehen.
Sauna
Auch die Sauna gilt als wirksame Maßnahme zur Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten und zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte. Durch das Schwitzen bei hohen Temperaturen und den anschließenden Kältereiz werden Stoffwechsel und Kreislauf stimuliert. Der Körper lernt, sich auf wechselnde Außenbedingungen einzustellen. Nehmen Sie Ihr Kind ab etwa dem 5. Lebensjahr mit in die Sauna und beachten Sie dabei:
- Das Kind sollte nur solange in der Sauna bleiben, wie es ihm gefällt (nicht länger als 15 Minuten). Bei Anzeichen von Herzklopfen, Schwindel oder Kopfweh sollte es sofort die Sauna verlassen.
- Nach dem Saunagang das Kind für einige Sekunden kalt abduschen (soweit das Kind es verträgt) und anschließend bekleiden (Bademantel, Socken).
- Vorsicht vor all zu langem Aufenthalt im eventuell vorhandenen Schwimmbecken
- Lassen Sie Ihr Kind reichlich trinken, damit es die durch das Schwitzen verlorene Flüssigkeit wieder aufnimmt.
Für gesunde Kinder gibt es keine Einschränkungen für den Saunabesuch.
Bei einigen Erkrankungen ist die Sauna jedoch auf jeden Fall tabu:
- Chronische Nierenentzündung
- Koronare Herzerkrankung
- Bluthochdruck
- Epilepsie
- Schilddrüsenüberfunktion
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